Mit Anlauf zur Hochform

Mit dem Publisher hat Affinity seine Design-Suite letztes Jahr komplettiert. Jetzt nimmt das zuvor noch etwas ruckelige Satzprogramm mit dem Update auf Version 1.8 so richtig Fahrt auf.

War es für den Umstieg von Adobes Abo basiertem InDesign auf den neuen Affinity Publisher bisher noch zu früh, könnte das aktuelle Update einen Umschwung einläuten. Affinity Publisher 1.8 vom englischen Software-Anbieter Serif punktet mit wichtigen Neuerungen, die bislang den Nutzern von InDesign gefehlt haben.

Da ist zum Beispiel die Organisation von verknüpften Dateien in einem einheitlichen Ordner, was der Funktion „Verpacken“ im Adobe-Pendent gleichkommt. Außerdem – und hier wird es wirklich spannend – importiert das Tool auch IDML-Dateien. Damit können InDesign-Dokumente reibungslos importiert und mit dem Publisher weiterbearbeitet werden.

Dies stellt eine enorme Erleichterung für alle potenziellen Umsteiger von der Adobe Creative Cloud dar. Denn immerhin sind die Affinity-Design-Programme Designer, Photo und Publisher preislich deutlich besser zu argumentieren und es entfällt der Abozwang.

Ebenso wurde mit diesem großen Update die Masterseitenverwaltung auf einen nutzbaren Stand gebracht und verschiedene Dokumente können zusammengeführt werden. Dazu kommen eine ganze Reihe Verbesserungen, Erweiterungen und Bugbehebungen, die das Paket jetzt wirklich zu einem runden Gesamteindruck verhelfen. Sowohl Gelegenheitsnutzer als auch Professionalisten finden jetzt ein Werkzeug auf einem aktuellen Stand, um reibungslos arbeiten zu können.

Gemeinsam mit den Updates von Photo und Designer bringt sich die Affinity Suite 1.8 und der mittlerweile auch erschienenen Version 1.8.2 mit neuen Bugfixes in eine gute Ausgangsposition, um am Markt mit dem fast übermächtigen Konkurrenten aus Kalifornien bestehen zu können. Gut so.

Bildverarbeiter aus einem Guss

ACDSee Fotoverwaltung

Für die Verwaltung von Fotodateien immer schon bekannt: Die Übersicht in ACDSee Photo Studio Ultimate 2020.

Fotos sichten, sortieren, bearbeiten, ausgeben – digitale Bilddateien erfordern einen optimalen Workflow und entsprechend zuverlässige Software. Nachdem sich Platzhirsch Adobe auch mit Lightroom in den Abozwang verabschiedet hat und Capture One mittlerweile empfindlich am Preis geschraubt hat, läuft bei manchem wieder einmal die Suche nach der Alternative. ACDSee ist schon seit Jahren ein Tipp und peppt mit Photo Studio 2020 Ultimate seine erwähnenswerte Rundum-Lösung weiter auf.

Neben ACDSee Photo Studio haben sich auch On1 Raw 2020, Luminar 4 und DXO PhotoLab 3 an den Start begeben, um die Rolle von Lightroom bei Aboverweigerern einzunehmen. Alle Programme haben ihre Stärken und Schwächen, können aber vor allem bei Einsteigern und Hobbyisten mit den wesentlichen Funktionen punkten. Um nicht alle zwei Jahre das System wechseln zu müssen, lohnt sich vor dem Einstieg ein genauerer Blick.

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Filmstile – VSCO stellt seine Desktop-Presets völlig ein

Ein herber Schlag für die Kunden von VSCO: Die Softwarefirma stellt mit 1. März 2019 seine Desktop-Presets völlig ein und wird sich nur noch auf mobile Apps konzentrieren. Zahlreiche treue Kunden der hochpreisigen Lightroom-Filmemulationen haben ihren Unmut entsprechend im Netz geäußert.

Zwar können die Presets weiterhin verwendet werden, neue Lightroom-Updates oder neue Kameramodelle werden allerdings nicht mehr untersützt. Damit sind auch die teuer erworbenen Vorgaben obsolet. Vetrieb, Support und jegliche Weiterenwicklung soll eingestellt werden. Die mobile App VSCO X kann auf Android- und iOS-Geräten verwendet werden und kostet im Abopreis 20 US$ im Jahr. Am Desktop wird VSCO Geschichte sein.

Grund genug also sich um andere Filmemulationen umzublicken. Einige Anbieter liefern ebenfalls gute Qualität und bleiben auch am Ball. Hier im Blog haben wir mit der „Filmstil“-Reihe einigen Vertreter unter die Haube geblickt und sind der Meinung: Wer braucht schon VSCO am Desktop!

 

Filmstile Teil 5: LUTs in Lightroom als Presets und Profile verwenden

Schon bisher arbeiteten manche Entwickler von Lightroom-Filmpresets auch mit Kameraprofilen. Mit den aktuellen Versionen von Camera Raw und Lightroom ab Buildnummer 7.3 tun sich jedoch völlig neue Möglichkeiten auf.  Denn in den neuen Profilen lassen sich Einstellungen aller Art einbauen. Damit können die Bildlooks und Filmstile direkt in das Profil eingebaut werden. Der Vorteil: Diese verändern nicht vorgenommen Einstellungen in Lightroom und können im Workflow problemlos auch nachträglich angewandt werden.

Lightroom LUT Presets Vorgaben Creator Profile

LUTs mit allen Möglichkeiten: Der 3D LUT Creator erzeugt sogar Lightroom-Profile und -Vorgaben aus den bearbeiteten LUT-Farbtabellen. Damit lassen sich diese problemlos auch direkt in Lighroom auf die RAW-Datei anwenden.

Zum Erstellen eigener Profile ist Camera Raw in einer aktuellen Version nötig. Der Clou dabei ist, dass auch die im Videobereich oft verwendeten 3D Lookup Tables (LUTs) in die Profile eingebettet und ausgespielt werden können. Diese LUTs enthalten Farbänderungs-Informationen, die für die Definition einzelner Bildlooks hauptverantwortlich sein können. Über den kleinen Umweg der Profile stehen diese jetzt auch in Lightroom zur Verfügung. Auf LUTs basierte Bildlooks lassen sich Eins-zu-Eins in Photoshop, in anderen Bildprogrammen oder in professionellen Videoanwendungen anwenden. Weiterlesen

Filmstile Teil 4 – VSCO Film und RNI All Film

VSCO – ein Klassiker mit Ablaufdatum

Mit den Presets von VSCO wurden Lightroom-Nutzer schon früh mit Filmemulationen versorgt. Allerdings nur bis jetzt.

Der Platzhirsch bietet sieben Pakete mit diversen Schwerpunkten zu je rund 60 Euro an. Die jeweiligen Filmtypen werden dabei immer in verschiedenen Varianten und Stärken ausgeliefert. Abgedeckt wird ein großer Teil der verfügbaren Filme, besonders interessant und sonst kaum zu finden sind einige Kunstlichtfilme im Sortiment.

Große Auswahl an Filmvarianten von VSCO aufgeteilt in sieben Paketen.

Die Vorgaben des beiliegenden Toolkits sind relativ umfangreich ausgefallen. Sie bieten subtile Anpassungsmöglichkeiten, wobei diese Effekte problemlos auch über die Lightroom-Einstellungen manuell angepasst werden könnten.

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Filmstile – Teil 3: Qualität aus dem Hochpreissegment

Die Presets von Mastin Labs werben mit besonderer Korrektheit der Filmsimulation. Dafür muss der Kunde tief in die Tasche greifen. Jedes Pack kostet 99 Euro, enthalten sind je drei Varianten der Filmtypen Kodak Portra oder Fuji Pro. Die Pusch-Versionen werden in eigenen Paketen verkauft. Dazu kommen im Ilford-Pack die Filmemulationen Pan F, HP5 und Delta 3200.

Ein teures Vergnügen. Doch die Qualität der Vorgaben kann sich sehen lassen. Generell wirken diese Presets etwas brillanter und gesättigter als bei der Konkurrenz. Erreicht wird dies unter anderem durch drastische Korrekturen in den Grundeinstellungen. So ist etwa der Kontrastregler bei Portra und Fuji Pro fast bis zum Anschlag aufgedreht – kein Hexenwerk also und optisch durchaus attraktiv. Im Gegensatz dazu verzichten die Entwickler auf die Bearbeitung der Farbkanal-Kurven.

Lighroom Filmpresets

Der Look bei Mastinlabs erweist sich als etwas brillianter und gesättigter – wer das mag und den Preis zu zahlen bereit ist, wird hier fündig.Anstelle eines ausufernden Toolkits legt Mastin Labs einige wenige Anpassungsoptionen wie Höhen- und Tiefenkontrast, zwei Kornvarianten für 35mm und für Medium-Format-Film sowie das An- und Abschalten der Objektivkorrektur direkt in den Vorgabeordner. Dazu kommen noch Weißabgleichsvorgaben. Laut dem Hersteller ist die Idee dahinter, dass der Anwender mit einigen schnellen Klicks gute Resultate erzielen kann, ohne sich in den Detaileinstellungen verlieren zu müssen. Das Konzept geht auf. Eine Hochzeitsserie etwa wird so mit minimalem Aufwand mit einem qualitätvollen Bildlook versehen – solange einem dieser liegt.

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