Wir machen Kasse

Immer wieder verwunderte mich, welche Kosten bei der Anschaffung von Registrierkassen kolportiert werden. Ich selbst werke ja in meinem Business vorrangig bargeld- und damit kassenlos, trotzdem hat mich die Neugier gepackt und ich habe den Markt nach preisgünstigen Kassen-Software-Lösungen durchforstet. Eingedampft und eingedickt auf meine Anforderungen als EPU und Gründer hat das Angebot zwei Anbieter ausgespuckt, die ich hier etwas näher vorstellen möchte.

Registrierkasse Tablet Speedy Kassandro Android

Offline-Funktionalität ist bei Tablet-Registrierkassen absolut notwendig.

Es gibt Geschäftsleute, die wollen vom Tamtam rund um Registrierkassen trotz aller Neuregelungen nicht viel wissen. Sie blättern lieber etwas mehr hin und machen sich die Hände nicht schmutzig. Das hat was, eignet sich aber nicht als Ansatz für klamme Unternehmensgründer oder knapp kalkulierende Einzelkämpfer.

Diese Vertreter des Unternehmertums versuchen die Kosten für das neue Kassensystem so niedrig wie möglich zu halten. Ein Tablet oder Handy ist vielleicht schon vorhanden, jetzt fehlt eigentlich nur noch die passende App und ein Bondrucker – los geht’s. Gar so viel Geld müsste da eigentlich nicht fließen, möchte man meinen.

Doch ein Blick in das vielfältige, in den letzten Jahren explodierende, Angebot an Kassensystemen zeigt, dass die auch Software-Lösungen oft ziemlich kostspielig oder doch nicht ganz durchdacht sind und man mit Nachteilen rechnen muss. Zwei Anbieter können jedoch auch bei genauer Betrachtung mit den Vorzügen einer standardisierten Software-Lösung überzeugen. Kassandro und Speedy laufen beide auf althergebrachten Tablets oder Smartphones, sind einfachst zu bedienen und schlank im Software-Design. Sie bieten alle grundlegenden Funktionen aus dem Verkaufsalltag. Und die Preisangabe abseits des Kleingedruckten verspricht Schonung des Budgets. Grund genug also diese beiden Vertreter für kleine Geschäfte näher unter die Lupe zu nehmen.

Offline ist Trumpf

Ein Grund für die besondere Eignung dieser beiden Software-Produkte ist die Fähigkeit, das System sowohl offline als auch über die Cloud zu verwenden. Dies ist enorm wichtig, da ein Ausfall des Online-Zugangs die Kassen- und Belegdruckfunktion keineswegs berühren darf. Denn der Wirt wird kaum auf Freibier umstellen, wenn der Internet-Provider technische Probleme hat. Kassandro ist zwar cloudbasiert, arbeitet aber auch offline problemlos weiter und benötigt dann nur für die Datensynchronisation Internet-Zugang. Speedy hingegen ist autark vom Internet und läuft auf Wunsch vollständig offline.

Registrierkasse Kassa Android Tablet Smartphone offline

Beide Testkandidaten überzeugen in der Anwendung. Während Speedy (rechts) vollständig unabhängig vom Internet agiert, punktet Kassandro (links) bei der simplen Wartung und Einrichtung.

Halte es einfach

Kassandro ist in seiner Benutzung vorbildlich einfach gehalten. Die Einrichtung kann über ein Browser-Interface komfortabel auf jedem Internet-Computer durchgeführt werden. Ein durchschnittlicher Computernutzer hat damit überhaupt kein Problem. Auf dem Tablet oder Smartphone genügt dann die Installation der App und los geht es mit der Bedienung der übersichtlichen Kassenoberfläche. Auch für PC und Mac steht eine Browser-App zur Verfügung, über die die Kasse bedient werden kann – hier allerdings ausschließlich online.

Der Funktionsumfang beschränkt sich auf die wesentlichsten Punkte. Das reicht für viele Anwendungsfälle wie etwa den Masseur, den Marktfahrer, den Würstelstand oder den Friseur; ein Gastronom wird hier aber schon mit dem fehlenden Bondruck seine Schwierigkeiten haben. Für diesen ist eher das Pendent der Speedy-Kasse geeignet.

Eine Internetverbindung ist bei Kassandro zwingend nötig, allerdings nicht ständig. Das Kassensystem mit Drucker funktioniert tadellos auch offline. Da aber die Daten in der Cloud liegen, ist immer wieder eine Synchronisation via Internet nötig. Der Vorteil dabei: Alle Sicherungen und die Einbindung der Signatur erfolgen vollautomatisiert in der Wolke, der Anwender hat mit dem Dateihandling oder der Einbindung zusätzlicher Features kaum etwas zu tun. Natürlich kann man die eine oder andere Datensicherung manuell auch auf die eigene Hardware herunterladen.

Beim Preis wirbt Kassandro vordergründig mit neun Euro im Monat. Tatsächlich kommt noch einiges zu der Jahresgebühr von 108 Euro dazu: Die Einrichtungsgebühr von 96 Euro, die in Österreich seit April 2017 notwendige Signatureinbindung zum Preis von 85 Euro und – bei Bedarf – die Funktion für den CSV-Export um monatliche acht Euro. Das läppert sich, wobei dann sogar noch der Telefonsupport kostenpflichtig ist und mit 1,80 Euro pro Minute zu Buche schlägt. An Hardware begnügt sich Kassandro mit jedem handelsüblichen Smartphone oder Tablet ab der Android-Version 4.4 aufwärts und einem Bondrucker, der im Bereich von 150 bis 300 Euro zu haben ist. Ist die Internetanbindung nicht ohnehin vorhanden, sollte man auch dafür noch die Kosten hinzurechnen.

Äußerst hilfreich ist die Preisgestaltung für Saisonbetriebe oder Vereine. Kassandro bietet nämlich auch Monats- und Tageslizenzen an. Ideal also für die gelegentliche Nutzung der Kasse.

Speedy für Online-Muffel

Wer der Cloud skeptisch gegenübersteht, kann mit Speedy seine Android-Kasse vollständig autark auf dem Tablet verwenden. Das hat Vor- und Nachteile. Zum einen ist man unabhängig von jeglicher Netzanbindung, und das auf Dauer. Andererseits müssen Wartungen, manche Einrichtungen oder das Datenbackup selbstständig durchgeführt und verwaltet werden. Die Nutzung in der Cloud ist alternativ möglich. Verwendet man mehr als nur ein Gerät, ist ohnehin wieder eine Cloud-Anbindung unumgänglich.

Die Installation und Einrichtung ist etwas komplexer ausgefallen als bei Kassandro. Dies geht aber unter anderem auf den größeren Funktionsumfang zurück. So deckt Speedy den Bedarf der Gastronomie mit dem integrierten und bei Bedarf vollautomatischen Bondruck ab. Auch hier können die Belege umfangreich und zielgenau ausgewertet werden. Für die Eingabe der Stammdaten ist eine Tablet-Tastatur sehr zu empfehlen, da alle Eingaben direkt am Kassen-Gerät vorgenommen werden. Die Datensicherungen werden in Eigenregie durchgeführt. Bei Installation und Einrichtung ist es sehr vorteilhaft, wenn man mit seinem Android-Gerät sehr gut vertraut ist und auch mit den grundlegenden Funktionsweisen diverser Apps auf du und du steht.

Speedy läuft ausschließlich auf Android-Geräten und steht als abgespeckte Free-Version sowie als Club-Version für Vereine zur Verfügung. Bei gewerblichem Einsatz ist aber die Pro-Version zwingend nötig. Die Speedy-Lizenz kann entweder um 190 Euro gekauft werden, wobei dann nur noch die monatlichen Wartungskosten von fünf Euro verrechnet werden. Alternativ steht ein Mietmodell um zehn Euro pro Monat zur Verfügung. Einrechnen sollte man auch noch eine Signatureinheit um 190 Euro, die in Österreich bei dieser Lösung als separates Gerät notwendig ist. Daneben benötigt man an Hardware ein Tablet oder Smartphone ab der Android-Version 4.4 sowie einen kompatiblen Bondrucker.

Fazit

Die beiden Android-Apps Kassandro und Speedy sind eine einfache und funktionelle Alternative zu Registrierkassen-Komplettpaketen. Für weniger komplexe, kleinere Geschäfte reichen die Funktionen völlig aus. Die Installation und Adaptierung sollte für einen durchschnittlichen Computeruser kein Problem sein. Beim Preis sollte man jedenfalls auch die Zusatzkosten berücksichtigen. Im Vergleich zum Großteil der anderen Registrierkassenlösungen am Markt steigt man hier trotzdem günstiger aus.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.