Bildverarbeiter aus einem Guss

ACDSee Fotoverwaltung

Für die Verwaltung von Fotodateien immer schon bekannt: Die Übersicht in ACDSee Photo Studio Ultimate 2020.

Fotos sichten, sortieren, bearbeiten, ausgeben – digitale Bilddateien erfordern einen optimalen Workflow und entsprechend zuverlässige Software. Nachdem sich Platzhirsch Adobe auch mit Lightroom in den Abozwang verabschiedet hat und Capture One mittlerweile empfindlich am Preis geschraubt hat, läuft bei manchem wieder einmal die Suche nach der Alternative. ACDSee ist schon seit Jahren ein Tipp und peppt mit Photo Studio 2020 Ultimate seine erwähnenswerte Rundum-Lösung weiter auf.

Neben ACDSee Photo Studio haben sich auch On1 Raw 2020, Luminar 4 und DXO PhotoLab 3 an den Start begeben, um die Rolle von Lightroom bei Aboverweigerern einzunehmen. Alle Programme haben ihre Stärken und Schwächen, können aber vor allem bei Einsteigern und Hobbyisten mit den wesentlichen Funktionen punkten. Um nicht alle zwei Jahre das System wechseln zu müssen, lohnt sich vor dem Einstieg ein genauerer Blick.

ACDSee Photo Studio ist bei mir schon seit zwei Jahrzehnten als schnelle, ausgefeilte Bildverwaltung immer wieder im Einsatz. Obwohl ich für die Bearbeitung meist Lightroom, Capture One Pro oder Photoshop nutze, dient mir das die ACDSee Fotoanwendung immer wieder für den schnellen Import, die Sichtung, kleine Anpassungen und Verschlagwortung. Diese Ur-Domäne von ACDSee wird in der Home-Version immer noch abgedeckt. Daneben wurde mittlerweile die Professional-Variante zu einem umfassenden Raw-Entwickler aufgerüstet, die Ultimate-Version mit den Ebenenfunktionen deckt sogar weite Bereiche von Photoshop ab.

Die Ebenen-Funktion der Ultimate-Version erlaubt Photoshop-Techniken mit Ebenen, Masken und Überblendungen.

Neue Features und Verbesserungen

In den letzten Jahren bis zur Version 2020 sind einige feine Neuerungen dazugekommen. Photo Studio Ultimate und Professional 2020 beherrschen mittlerweile erweiterte Funktionen für die Pinsel-Masken, arbeitet mit LUTs sowohl im Entwicklungs- als auch im Bildbearbeitungsmodus, kann die Tastaturkürzel individuell vergeben und vieles mehr. In den Ebenen der Ultimate-Version lassen sich zahlreiche Anpassungsebenen variieren, Masken und Überblendungen realisieren, Farb-LUTs erstellen oder Frequenztrennung mit Hilfe eines Assistenten erzeugen und bearbeiten. Verbessert wurde auch die in der Vorversion integrierte Gesichtserkennung und eine App ist für die Synchronisation und Bearbeiten an mobilen Geräten ohnehin an Bord.

Welche Edition die passende ist

Reine Verwaltungsaufgaben und das eine oder andere nützliche Zusatztool bietet die Home-Version um knapp 60 Euro. Als großes Manko bleibt hier aber die Möglichkeit zu nennen, Metadaten-Sätze als Vorlagen zu speichern und einzupflegen. Schade, denn wäre dieses Feature noch dabei, könnte man die preisgünstige Anwendung als schnellen Bildbetrachter, -verwalter und Metadaten-Verabeiter uneingeschränkt empfehlen.

Eher anzuraten wäre daher die Professional-Version. Hier lässt sich auch die gesamte Raw-Entwicklung mit dem fast vollständigen Funktionsumfang von Lightroom und zusätzliche Bearbeitungsfunktionen nutzen. Für Einsteiger lässt die App kaum Wünsche offen, auch Profis sind in Kombination mit einer alten Photoshop-Kauflizenz oder Affinity-Photo voll ausgestattet.

Die Professional-Edition von Photo Studio 2020 kommt hat einen vollwertigen Raw-Konverter an Bord, mit dem sich sogar Farb-LUTs einbinden lassen.

Mit der Ultimate-Edition kommen schließlich auch noch ausgefeilte Bearbeitungsfunktionen und Ebenen dazu. Angelehnt an Photoshop lassen sich hier direkt in ACDSee non-destruktive Bearbeitungen, Frequenztrennung oder sogar das Erstellen und Weitergeben eigener Farb-LUTs umsetzen. Ein gutes Rundum-Paket zu moderatem Preis und mehr Möglichkeiten, als die meisten nutzen werden. Was fehlt, sind Details, wie etwa die Möglichkeit an Varianten einer einzigen Originaldatei zu arbeiten.

Der Vergleich zum Hochpreissegment

Preislich bewegen sich die Photo Studio-Versionen im gemäßigten Bereich. Während man aktuell (Stand 2019) mit dem Adobe Foto-Abo auf mindestens 144,- Euro jährlich kommt und bei der Capture One Pro Kauflizenz mit 349,- Euro startet, ruft ACDSee für die Ultimate-Version 170,- Euro Listenpreis für die unbeschränkte Einzelplatzlizenz; Photo Studio 2020 Professional ist ab 92,- zu haben. Adobe erlaubt die Aktivierung auf zwei Arbeitsplätzen, Capture One Pro auf drei und ACDSee Photo Studio bietet immer wieder Aktionen und Bundles wie das Home Pack für bis zu drei Arbeitsplätzen an. Außerdem ist Photo Studio Ultimate 2020 auch im Abo für 75,- Euro jährlich als Einzelplatzlizenz oder für 97,- jährlich für bis zu fünf Geräte inklusive einiger Videotools erhältlich.

Kleine Schwächen

Vor allem längerfristig geplant liegt hier Einsparungspotenzial. Haken gibt es kaum. Gut, ACDSee Photo Studio liefert im Test vielleicht dann und wann einen Hänger oder einen Programmabsturz. Die Druckfunktion wäre mit Presets dringend zu überarbeiten und zählt aktuell nicht zu den großen Stärken von ACDSee. Und natürlich sind die allerneuesten, heißesten Funktionen erst in den etablierten Profi-Programmen verfügbar, wo alles um einen Tick runder läuft. Doch Photo Studio rüstet verlässlich immer wieder nach und kann in der aktuellen Version absolut mit den Großen mithalten.

Mit Affinity Photo steht übrigens eine gute Ergänzung zu Photo Studio Professional bereit: Verwaltung und Raw-Entwicklung kann im ACDSee-Programm erledigt werden, weiter führende Bildretuschen mit Hilfe von Masken und Ebenen erledigt die Photoshop-Alternative mit dem guten Ruf.

Fazit

ACDSee Photo Studio 2020 bietet sowohl Einsteigern, Gelegenheits-Bildverarbeitern als auch dem anspruchsvollen Hobbyfotografen ein Paket mit ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Zielgruppe von ACDSee sind aber auch Profis und Lightroom-Umsteiger. Was vielleicht noch fehlt wären brauchbare Vorlagen und Filter. Vor allem bei der Ausstattung mehrerer Arbeitsplätze im Büro oder in der Familie deckt diese alle wichtigen Funktionen des Foto-Workflows ab und da lässt sich auf längere Zeit gesehen eine Menge Geld sparen. Kleinere Macken stören nur wenig und die Möglichkeiten und der Funktionsumfang vor allem der Ultimate-Version bewegen sich auf hohem Niveau.

Hinweis
ACDSee hat uns für Test und Rezension eine Lizenz von Photo Studio 2020 Ultimate zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf die Darstellungen und Bewertungen im Artikel. Auch andere Bildbearbeitungs-Tools testen testen wir mit Hilfe von Vollversionen und rezensieren diese unabhängig.

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